DIY Insektenhotel für Wildbienen - DIY Bienenhotel | Tinkerhome - Einfache DIYs für Zuhause
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Wildbienenhotel selber bauen: So baust du eine Nisthilfe, die Bienen wirklich lieben


Ein Wildbienenhotel selber bauen ist das beste Projekt für deinen Garten – aber nur, wenn es artgerecht ist. Viele Anleitungen und Kauf-Modelle enthalten Fehler, die den Bienen sogar schaden können.

In dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung zeige ich dir, wie du eine sichere Nisthilfe baust, die Wildbienen wirklich lieben. Für meine Eltern zur Silberhochzeit war ich auf der Suche nach einem besonderen Geschenk. Da meine Mutter interessiert von einem DIY Insektenhotel beim Nachbarn gesprochen hatte, fing ich an mich zu informieren, merkte aber bei der Recherche schnell: Es ist gar nicht so einfach, die richtigen Vorgaben zu finden. Als erstes habe ich mich für ein reines Wildbienenhotel entschieden. Die genauen Gründe nenne ich dir weiter unten.

Nachdem ich mich intensiv mit den Bedürfnissen von Wildbienen befasst habe, habe ich alle wichtigen Fakten zu Material, Bohrung und Standort für dich zusammengefasst. So baust du ein DIY Wildbienenhotel, das nicht nur schön aussieht, sondern auch wirklich besiedelt wird.


Material DIY Wildbienenhotel

Wir haben für unser DIY Bienenhotel folgende Materialien verwendet:

🛠 Werkzeug & Sicherheit

  • Schutzbrille: Diese solltet ihr beim Sägen und Bohren zur eigenen Sicherheit tragen!
  • Stichsäge: Zum Zuschneiden der Regalbretter.
  • Verschiedene Holzbohrer (3 mm – 8 mm: richtet sich nach der angestrebten Dicke der Löcher.)
  • Schleifpapier & Rundfeile
  • Gartenschere
  • Heißklebepistole
  • ggf. Bleistift, Papier & Drucker (um die Buchstaben und Zahlen auszudrucken)

🪵 Holz & Baumaterial

  • Holzblöcke aus Hartholz (wichtig: kein Nadelholz!)
  • Regalbretter (Die Größe der Bretter könnt ihr individuell auswählen. Je nachdem, wie groß eurer DIY Bienenhotel werden soll.)
  • Bambusstäbe (aus dem Garten oder aus dem Baumarkt)
  • Holzschutzlasur
  • Schrauben & Winkel
  • Holzpfahl & Einschlagbodenhülse

Es gibt auch noch weitere Materialien, die du verwenden kannst. Aber informier dich vorher bitte gut! In einem typischen „Insektenhotel“, welches man bspw. fertig kaufen kann, findest du nämlich noch weitere Materialien, die auf den ersten Blick toll aussehen, aber nicht für Wildbienen geeignet sind. Manche Materialien bieten sogar den Feinden von Wildbienen eine Behausung und sind somit nicht zu empfehlen. Generell sind gemischte Insektenhotels, die für unterschiedliche Insekten geeignet sind, nicht unbedingt sinnvoll. Deswegen haben wir uns auf ein DIY Bienenhotel konzentriert, ein sogenanntes „Wildbienenhotel“.

Diese Materialien solltest du meiden:

  • Stroh & Tannenzapfen: Diese locken eher Ohrenkneifer an, die sich gerne über die mühsam eingetragene Bienennahrung (Pollen) hermachen.
  • Lochziegel: Die Öffnungen sind meist viel zu groß und die Kanten zu scharf. Bienen nutzen sie so gut wie nie.
  • Weichholz (z. B. Kiefer/Fichte): Dieses Holz harzt oft und verklebt die Flügel der Bienen. Zudem stellt es bei Feuchtigkeit schnell Fasern auf, an denen sich die Tiere verletzen.

Wildbienenhotel selber bauen – Schritt-für-Schritt Bauanleitung

Die Grundlage unseres DIY Wildbienenhotels sind die zwei Holzblöcke, in die wir „A + J“ und „25“ gebohrt haben. Um diese Holzblöcke herum haben wird das Wildbienenhotel aufgebaut und dementsprechend die Größe der Regalbretter ausgewählt. Diese haben wir mit einer Stichsäge zurechtgeschnitten. Danach haben wir die Kanten mit Schleifpapier von Hand geglättet. Die Bretter haben wir mit Schrauben zusammengeschraubt. Damit das Holz wetterfest ist, haben wir es zwei Mal mit einer Holzschutzlasur bepinselt.

Holzauswahl und Bohrungen

Bei der Auswahl der Holzblöcke gibt es einiges zu beachten. Sie sollten aus Hartholz (z. B. Eiche, Buche oder Esche) bestehen und natürlich tief genug für die Bohrungen sein. Die Bohrungen sollten 12cm tief gehen und der Durchmesser der Bohrungen sollte 3-8mm betragen. Die unterschiedlichen Bienenarten bevorzugen nämlich unterschiedliche Durchmesser.

Wichtig ist, dass du in die richtige Seite des Holzes bohrst. Es muss in das Längsholz gebohrt werden, d.h. NICHT in die Seite, an der man die Jahresringe erkennt (Stirnholz). Bohrt man in die falsche Holzseite, entstehen schnell Risse. Setze die Holzbohrer also immer an der Seite an, an der die Maserung längs verläuft.

Die Löcher kann man in beliebigen Abständen bohren. Ich habe mir ein passendes Motiv ausgesucht, habe mir dieses als erstes ausgedruckt („A + J“ und „25“) und mit Bleistift auf den Buchstaben bzw. den Zahlen die Stellen vorgezeichnet, an denen die Bohrungen später sein sollen. Danach habe ich die Motive mit Klebeband auf die Holzblöcke geklebt.

Nun werden die Löcher mit einem passenden Holzbohrer in die Holzblöcke gebohrt. Achtet bitte darauf, dass die Bohrungen glatt sind und keine Späne zurückbleiben. Die Bienen verletzen sich ihre Flügel an Unebenheiten. Profi-Tipp: Nutze eine Rundfeile oder zusammengerolltes Schleifpapier, um die Eingänge nachzubessern.

Bambus als Füllmaterial zum Wildbienenhotel bauen

Neben den massiven Holzblöcken sind Bambusstäbe eine hervorragende Ergänzung für dein Wildbienenhotel.

So bereitest du den Bambus vor

Damit der Bambus als Nistplatz angenommen wird, beachte diese drei Punkte:

  • Der richtige Durchmesser: Wir haben Stäbe mit 3 mm bis 8 mm Innendurchmesser verwendet.
  • Sauberer Zuschnitt: Mit einer Gartenschere lassen sich die Stäbe gut kürzen. Achte darauf, dass sie bündig im Gehäuse liegen und nicht unter dem schützenden Dach hervorragen.
  • Keine Splitter: Genau wie bei den Bohrungen gilt: Die Eingänge müssen absolut glatt sein! Gehe im Zweifel kurz mit Schleifpapier über die Schnittkanten, um die feinen Flügel der Bienen zu schützen.

Wichtig: Schutz vor Vögeln

Wichtig ist, dass du die Bambusstäbe nicht lose in das Insektenhotel legst. Es besteht die Gefahr, dass Vögel diese einfach herausziehen und sich an den Bienenlarven bedienen. Wir haben zwei bewährte Lösungen für dich:

  1. Festkleben mit Heißkleber: Wir haben jeden Stab einzeln mit Heißkleber im hinteren Bereich des Gehäuses fixiert.
  2. Das Schutzgitter: Ein Schutzgitter, z.B. aus Maschendraht (ca. 2 cm Maschenweite) kann vor die Bambusstäbe gespannt werden. Es sollte außerdem genug Platz zwischen den Bambusstäben und dem Draht sein, sodass die Vögel ihre Schnäbel nicht doch durch den Draht stecken können.

Aufstellen des Wildbienenhotels

Das DIY Bienenhotel haben wir mithilfe von Winkeln auf dem Pfahl befestigt. Was du für Winkel verwendest, solltest du an das Gewicht und die Größe des Insektenhotels anpassen. Zum Schluss haben wir dann die Holzblöcke in das Bienenhotel gelegt. Diese sind weder verschraubt, noch geklebt. Durch ihr Eigengewicht fallen diese nicht heraus.

Nachtrag: Dach und Gitter

Mein Vater hat am Dach des DIY Bienenhotels noch etwas nachgerüstet, damit es besser gegen die Witterung geschützt ist. Er hat zusätzlich ein Blech auf dem Holzdach befestigt, damit dieses langlebiger ist. Zusätzlich hat er ein Gitter (z.B. Maschendraht) vor dem Nistmaterial befestigt, damit die Vögel die Larven nicht erwischen.


Standort DIY Wildbienenhotel

☀️ Die Ausrichtung: Ab in die Sonne

Das Bienenhotel sollte zur Sonne, also Richtung Süden, ausgerichtet sein.
Warum? Die Sonne wärmt die Brutgänge morgens schnell auf. Das ist lebenswichtig für die Entwicklung der Larven.
Wichtig: Vermeide schattige Plätze oder eine Ausrichtung nach Westen (Wetterseite), da dort Schlagregen die Nistgänge fluten könnte.

🛡️ Schutz und Stabilität

Wir haben zum Aufstellen des Insektenhotels einen quadratischen Pfahl und eine Einschlagbodenhülse verwendet.
Warum? Durch die Einschlagbodenhülse ist das Holz nicht in der Erde, wird nicht so schnell feucht und hält dadurch länger.

Damit keine Tiere oder auch Kinder an das DIY Bienenhotel kommen, sollte dieses mindestens 50 cm über dem Boden angebracht werden.

🌸 Nahrung in der Nähe

Zudem haben wir geschaut, dass um das Bienenhotel herum Blumen vorhanden sind. Du kannst sogar eine kleine Blumenwiese extra für Wildbienen in der Nähe anpflanzen. Es gibt sogenannte „Wildblumen-Mischungen für Wildbienen“ sogar extra zu kaufen (z.B. im Baumarkt).


Pflege und Reinigung: Muss ich das Wildbienenhotel säubern?

Die kurze Antwort lautet: Nein, bitte lass die Finger von den Nistgängen! Anders als bei Nistkästen für Vögel übernehmen die Wildbienen diese Arbeit selbst. Wenn eine junge Biene im Frühjahr schlüpft, knabbert sie sich den Weg nach draußen frei. Die leere Röhre wird im Anschluss oft von der nächsten Biene inspiziert, gesäubert und neu belegt.

Worauf du stattdessen achten solltest:

  • Spinnweben entfernen: Kontrolliere regelmäßig die Vorderseite. Große Radnetzspinnen bauen ihre Netze gerne direkt vor die Einfluglöcher – für die Bienen eine tödliche Falle.
  • Risse im Holz: Sollten nach einigen Jahren doch Risse im Hartholz entstehen, die bis in die Gänge reichen, ist es Zeit, den betroffenen Block nach der Saison (wenn alle geschlüpft sind) auszutauschen.
  • Kein Wasser: Prüfe nach einem starken Sturm, ob Wasser im DIY Bienenhotel steht. Feuchtigkeit ist der größte Feind der Larven, da sie Schimmelbildung begünstigt.

Tipps zur Recherche:

Es gibt noch einige weitere Elemente, die man für Nisthilfen für Wildbienen nutzen kann. Im Internet findet man unzählige Varianten. Da ist es gar nicht so einfach, die richtigen Elemente zu finden. Deswegen empfehle ich dir, nur auf seriösen Seiten Recherche zu betreiben, wie z.B. beim Naturschutzbund (NABU) Deutschland. Es gibt auch einen Shop vom Naturschutzbund, in dem du Wildbienenhotels kaufen kannst [Werbung ohne Auftrag].


💡 Schon gewusst? Spannende Fakten über Wildbienen

Es gibt in Deutschland hunderte verschiedene Wildbienenarten, die in ihrer Größe variieren. Manche sind winzig klein, sodass man sie gar nicht als Biene wahrnimmt. Und auch in der Wahl ihrer Nistplätze unterscheiden sich die verschiedenen Wildbienenarten. Nicht alle Wildbienen nisten in sogenannten Niströhren. Ca. die Hälfte der Wildbienen nisten in der Erde. Sind die Nistbedingungen an einem Ort besonders günstig (wie z.B. in einem DIY Wildbienenhotel), nisten sich dort mehrere Wildbienen gleichzeitig ein. Viele denken dann (auch ich habe dies gedacht), dass es sich dann um ein Bienenvolk handelt. Dabei leben die meisten Wildbienen allein als Einsiedler.

Das Wildbienenhotel beobachten: Ein kleiner Jahreszyklus

Wenn dein DIY Wildbienenhotel erst einmal am richtigen Standort hängt, beginnt das große Krabbeln. Es ist faszinierend zu beobachten, wie die unterschiedlichen Arten zu Werke gehen:

  1. Der Nestbau (Frühjahr bis Sommer): Du erkennst besiedelte Röhren daran, dass sie vorne verschlossen sind. Achte mal auf das Material! Manche Bienen nutzen Lehm (Mauerbienen), andere kleine Blattstücke (Blattschneiderbienen) oder sogar Pflanzenhaare.
  2. Die Ruhephase (Herbst & Winter): Das Hotel bleibt im Winter unbedingt draußen! Die Larven brauchen den Kältereiz, um im nächsten Jahr schlüpfen zu können. Würdest du das Hotel ins warme Haus oder die Garage holen, würden die Bienen zu früh schlüpfen und draußen keine Nahrung finden.
  3. Das große Schlüpfen: Im nächsten Frühjahr kannst du beobachten, wie die Verschlüsse aufgebrochen werden. Oft schlüpfen zuerst die Männchen und warten ungeduldig vor den Röhren auf die Weibchen.

PS: Das DIY Wildbienenhotel kam bei meinen Eltern sehr gut an und es steht auch nach Jahren noch im Garten und wird immer wieder neu von Bienen bezogen!


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